Aktuell

12. November 2014 Presseecho

Ostthüringer Zeitung: Es weihnachtet in Gößnitz

9. November 2014 Aktuell/Presseecho

Die Welt: "Wir sind da ohne Waffen rausgegangen"

6. November 2014 Presseecho

Ärztetblatt: Sachverständige im Bundestag fordern Überprüfung des Betäubungs­mittelgesetzes

6. November 2014 Bundespolitik/Polizei

Unions-Nebelkerze gegen BKA-Defizite

 
30. Oktober 2014 Ralf Plötner / Carolin Weingart

Drogenprävention im ländlichen Raum als kommunale Aufgabe

Oberarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Altenburg, Matthias Bolz

Das Kommunalpolitische Forum Thüringen e. V. (KOPOFOR) war der Ausrichter einer Veranstaltung am 23.10.2014 in Altenburg, die sich dem Thema kommunaler Drogenprävention im ländlichen Raum widmete. So ist vielerorts von der Modedroge Crystal zu hören, die immer mehr Konsumierende in die Abhängigkeit bringt. Daneben ist auch in Thüringen der riskante und abhängige Alkoholkonsum weiterhin das Hauptproblem, Cannabis spielt eine immer wichtigere Rolle im Bereich der Beratung und Hilfe. Im ersten Teil der Veranstaltung gab der Oberarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Altenburg, Matthias Bolz, einen Einblick in die Lebenssituation seiner jungen Patientinnen und Patienten, die mit einer Suchterkrankung zu kämpfen haben. Der Vormarsch der Droge Crystal Meth, ist für den Mediziner mit der gesellschaftlichen Erwartungshaltung an jeden Einzelnen erklärbar. Selbstbewusstsein, Mut und eine enorme Leistungsfähigkeit sind die Anforderungen der heutigen Gesellschaft. Da die Droge Crystal Meth dem Konsumierenden das Gefühl vermittelt, selbstbewusster, mutiger und leistungsfähiger zu sein, wird so versucht den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Die nach dem Vortrag erfolgte Diskussion machte deutlich, dass zur Präventionsarbeit nicht nur die Wissensvermittlung gehört. Der Oberarzt stellte fest, dass seine Patientinnen und Patienten mit dauerhaftem Drogenkonsum kaum Wissensdefizite über die Substanzen und deren Wirkungen haben. Das Wissen um die potentielle Gefährlichkeit bei dauerhaftem Drogenkonsum kann also keinen Schutz vor maßlosem Umgang bieten. Im weiteren Gesprächsverlauf wurde klar, dass ein bestehendes Verbot kein Hindernis für die jungen Menschen im Altenburger Land ist, unerlaubte Substanzen zu konsumieren. Hier sind neue und kreative Wege in der Präventionsarbeit gefragt.

Frank Tempel berichtete im Anschluss aus seinem Erfahrungsschatz als damalig zuständiger stellvertretender Leiter  der Polizei bei der Rauschgiftbekämpfung im Altenburger Land. Jugendliche ohne Möglichkeiten einer aktiven Freizeitgestaltung zeigten Anfälligkeiten für den Konsum von Drogen. Er forderte andere Ansätze auch in der kommunalen Arbeit, die hin zu einer finanziellen Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit führen müsse. Die Realität sieht aber anders, denn die angespannte finanzielle Situation vieler Kommunen in Thüringen habe aber zur Folge, dass Maßnahmen der Drogenprävention im ländlichen Raum zurückgefahren werden müssen oder gar nicht erst geplant werden können. So fehlen die finanziellen Mittel für den Ausbau niederschwelliger Hilfsangebote, wie z.B. Freizeittreffs. Gerade jene Veränderungen im Kleinen seien aber wichtig um für eine nachhaltige Drogenpräventionsarbeit Verantwortung auch in der Kommune zu übernehmen. Er beklagte den fehlenden Druck der Bürgerinnen und Bürger bei den Kürzungen der Jugendhilfepauschaulen, die aber ebenso wichtig seien wie die Schlaglochbeseitigung auf kommunalen Straßen.  

---
Weitere Fotos von der Veranstaltung finden sich auf flickr.de.